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Thema: Veränderung in der Schwangerschaft | Teil II

Diese Woche geht es weiter mit der Serie „Veränderungen in der Schwangerschaft“. Heute möchte ich mich speziell den körperlichen Veränderungen widmen, die ein weiblicher Körper, mehr oder weniger durch eine Schwangerschaft durchlebt und mitmacht… ganz nach dem Motto „Schwanger sein ist keine Krankheit“ -.-

Dieser Beitrag widmet sich allen Schwangeren, egal wie sportlich Frau vor der Schwangerschaft war oder nicht, denn selbst wenn eine Dame eine richtige Sportskanone war, kann es sein, dass sie in der Schwangerschaft, trotz der eigentlich vorhandenen Fitness einige Einschränkungen oder ähnliches durchlebt. Jede Schwangere und jede Schwangerschaft ist so unterschiedlich, einzigartig und individuell, da kann und sollte man nichts pauschalisieren. Jeder Körper ist anders und jede Frau nimmt die Zeichen, Auswirkungen und Veränderungen ganz eigen und anders wahr als vielleicht die anderen.

Nicht destotrotz ist es natürlich eher vom Vorteil vor einer Schwangerschaft sportlich aktiv gewesen zu sein und auch während der Schwangerschaft weiterhin angepasste sportliche Aktivitäten auszuführen, darüber braucht man nicht zu diskutieren.

Uns allen sollte klar sein, dass eine schwangere Frau ein unglaubliches Wunder in sich trägt und sich der Körper, in diesen neun Monaten, darauf einstellt den heranwachsenden Mensch zu versorgen und zu schützen. Der ganze Körper dieser Frau tickt und funktioniert ganz anders und ist nicht mehr mit einer nichtschwangeren Frau zu vergleichen. Der weibliche Körper stellt sich darauf ein bald einen kleinen Mensch zur Welt zu bringen und das heißt einiges an körperlichen bzw. vor allem hormonellen Veränderungen, die teilweise sehr spürbar sind für uns Schwangere. Umso wichtiger ist es das wir gewisse Dinge über eine Schwangerschaft wissen, sie akzeptieren und wissen was wir gegen gewisse negative Umstände tun können.

Nun kommen wir zu den verschiedenen körperlichen Veränderungen und die möglichen Auswirkungen werden dann in dem nächsten Beitrag erklärt:

Hormonelle Veränderung

⇒ Müdigkeit, Übelkeit, Wassereinlagerungen an Händen und Füssen, Brustdrüsen vergrößern sich.

Veränderung des Stoffwechsels

⇒ Baby wird von dem Organismus der Mutter versorgt, hauptsächlich mit Kohlenhydraten und Vitaminen.

Veränderung des Bindegewebes

⇒ durch hormonelle Veränderungen, wird das Bindegewebe weicher & dehnbarer, da Brust und Bauch wachsen und z.B. das Becken flexibler für die Geburt werden muss. Alle weiteren, zum Bindegewebe gehörenden Bereiche,wie Muskeln, Sehnen, Bänder, Organe und Blutgefäße werden ebenfalls in der Schwangerschaft weicher, elastischer und flexibler.

⇒ die Muskulatur und die Sehnen werden „weicher“ und nachgiebiger, somit können sie ihre stützende Funktion nicht mehr zu 100% erfüllen. Zu dem gehört auch der Beckenboden der zusätzlich zu seiner immer schlechter werdenden Spannkraft noch das heranwachsende Baby tragen muss.

Veränderung des Herz-Kreislauf-System

⇒ Um das Baby und die restlichen mehrfach beanspruchten Organe ausreichend mit allen nötigen Stoffen zu versorgen (Sauerstoff, Nährstoffe, Mineralstoffe) benötigt der Körper mehr Blut. Mehr Blut im Körper hat zur Folge, dass das Herzminutenvolumen und die Ruheherzfrequenz auch steigen.

⇒ der Blutdruck kann steigen oder fallen, beides ist bei Schwangeren möglich

⇒ das Blut verdünnt sich.

⇒ das Vena-Cava-Syndrom kann auftauchen. Durch den wachsenden Bauch / Gebärmutter kann es dazu kommen, dass sie auf eine bestimmte Vene drückt und Einfluss auf die Blutzirkulation hat.

Veränderung der Lunge

⇒ die immer größer werdende Gebärmutter nimmt der Lunge einen Teil ihres Platzes ein und das Zwerchfell wird verschoben. Damit die Lunge wieder mehr Platz bekommt, kann es sein, dass sich der Brustkorb weitet.

⇒ Ein erhöhter bzw. steigender Sauerstoffbedarf, da das Baby mitversorgt wird, somit wird die Einatmung tiefer.

Veränderung des Bewegungsapparats

⇒ im Rumpf: der Bauch wird größer, die Muskulatur muss immer mehr nachgeben und verliert seine Spannung; der Beckenboden wird vermehrt belastet; das Becken bzw. der Beckenring wird flexibler bzw. beweglicher. Durch diese ganzen „Schwächen“ und Veränderungen wird unsere Körperstatik ziemlich aus dem Gleichgewicht gebracht: verstärktes Hohlkreuz, die Muskulatur muss sehr viel ausgleichen damit die Haltung sowie die Wirbelsäule stabilisiert werden können.

⇒ im Bauch: die Rectusdiastase entsteht, ganz natürlich, durch den größer werdenden Bauch (ca. ab dem 5. Monat), durch falsches Alltagsverhalten und Training kann die Rectusdiastase verstärkt werden, was sich kontraproduktiv auf die spätere Rückbildung auswikrt.

⇒ im Unterkörper: das steigende Körpergewicht hat natürlich auch Folgen für unsere Beine (Hüft-, Knie- & Sprunggelenke) – mehr Belastung + sinkende bzw. schwächere Muskelspannkraft etc.

⇒ im gesamten Körper: durch das steigende Körpergewicht und veränderte Lage des Körperschwerpunktes, haben wir eine stark veränderte Körperstatik, die wir so nicht gewöhnt sind.

In dem nächsten Teil gehe ich dann vermehrt auf die Folgen und Auswirkungen dieser körperlichen Veränderungen ein.