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Thema: Die don´ts des Tragens - Das solltest du beim Tragen vermeiden

Diese Woche gibt es den vorerst letzten Teil zum Thema Tragen. In dem 3. Teil der Serie „Tragen mit Tragehilfen“, geht es hauptsächlich darum bekannte Irrtümer, Fehler oder Irreführungen von den Herstellern zu thematisieren. Das Tragen von unseren Liebsten ist eine tolle Sache, jeder sollte es mal versucht haben, aber es gibt einiges zu beachten und vieles das man falsch machen kann. Um die Fehler aus der Welt zu schaffen und somit den Träger und dem Tragling vor körperlichen Schäden zu schützen, berichte ich heute etwas mehr über die Don´ts des Tragens.

Letzte Woche habe ich bereits darüber geschrieben, was es zu beachten gibt, da ein Leihe, zu dem ich auch einst gehört habe, gar nicht genau weiß, wie man die Fehler erkennt und was man nicht tun sollte, will ich sie heute genau aufführen.

• Kinder werden nicht mit dem Gesicht nach vorne getragen – der Blick ist weg von der Mutter gerichtet

Leider sieht man das sehr oft, viele Hersteller von Tragehilfen werben damit auch sehr groß und die Eltern denken, sie können ihrem Kind etwas mehr von der Welt zeigen, aber es schadet dem Winzling eigentlich nur. Wenn der Blick nach vorne gerichtet ist, kann den natürlichen Rundrücken nicht stabilisiert werden – das Kind wird ganz im Gegenteil in ein Hohlkreuz bzw. eine gestreckte Wirbelsäule gedrückt und belastet die Wirbelsäule sehr ungünstig. Genauso ist es auch mit der Anhock-Spreiz-Haltung, die Tragehilfen sind in dieser Position nicht so konzipiert, dass die Kleinen diese Haltung einnehmen können, die kleinen Beinchen hängen herunter, was überhaupt nicht förderlich für die Hüftgelenke ist. Bei Jungs kann es auch dazu führen, dass die Hoden abgedrückt werden, da das ganze Gewicht darauf lastet. Viele Eltern tragen die Kleinen mit dem Blick nach vorne um ihnen evtl. die Langeweile zu nehmen, damit sie mehr zu gucken haben. Man sollte dabei bedenken, dass es hier um kleine Wesen geht, die somit einer Reizüberflutung ausgesetzt werden und oft, das alles was sie sehen, gar nicht richtig verarbeiten können und in dieser Position gar nicht die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Wie man sieht, hat das Tragen mit dem Blick nach vorne so gut wie keine Vorteile. Da muss man sich wirklich die Frage stellen, warum viele Hersteller damit werben…Warum? Weil es Kunden gibt, also uns, die genau deshalb die Trage kaufen wollen. Man wird also „verarscht“ und abgezockt ohne an die schädlichen Folgen des Verbrauchers zu denken…Traurig aber wahr, hier geht es nur darum sich die Taschen vollzustopfen.

• Der Steg ist zu breit oder zu schmal

Ist der Steg zu schmal, hängen die Beine traurig und unkontrolliert nach unten. Ist der Steg zu breit, stehen Hüftgelenke und Beine in einer ungünstig gestreckten Position. Beide Varianten haben nur Nachteile. Man sollte darauf achten, dass der Steg von Kniekehle zu Kniekehle verläuft, somit ist die Anhock-Spreit-Haltung gewährleistet und die Gewichtsverteilung auf den Po und Oberschenkeln optimal.

• Schlechte oder keine Nackenstütze

Die Tragehilfe sollte unbedingt eine Möglichkeit bieten, den Nacken des Kindes zu stützen. Wenn man sich mit der Tragehilfe bewegt, kommt es jederzeit zu unterschiedlichen Bewegungen, die sich auf das Kind auswirken. Ist das Kind noch nicht stabil bzw. kräftig genug im Nacken oder vielleicht müde, kann man in diesen Situationen dem Kind Schaden zufügen. Am besten ist es wenn man immer ein Auge auf das Kleine, vor allem aber auf das Köpfchen hat. Gerade bei Bewegungen bei denen Man den Rumpf nach vorne richtet, ist es ratsam den Kopf mit einer Hand zu unterstützen. Zusätzlich ist es wichtig, dass die Tragehilfe eine gute Möglichkeit bietet, den Kopf des Kindes zu stützen und zu stabilisieren.

• Den Kopf abdecken, damit das Kleine in Ruhe schlafen kann, in Ruhe gelassen wird oder vor der Sonne geschützt wird

Achte immer darauf, dass dein Kind eine ausreichende Sauerstoffzufuhr hat. Kein Hersteller der Tragehilfen kann die Sicherheit gewährleisten, dass das Kind genügend Sauerstoff bekommt. Viele Tragehilfen bieten auch die Möglichkeit, nur die eine Hälfte zu bedecken und die andere offen zu lassen. Wer sein Kind vor der Sonne schützen möchte, nimmt am besten eine Mütze oder ähnliches. Wenn man die Sorge hat, zu viele andere wollen das Kind anstarren, dann sollte man direkt sagen, dass einem das nicht gefällt.

• Es passt eine Hand oder sogar mehr in die Tragehilfe zwischen Träger und Kind

Sollte das der Fall sein, ist die Tragehilfe viel zu locker gebunden. Das ist weder für den Träger gut noch für das Kind. Für beide sollte die Tragehilfe straff gebunden / eingestellt sein, nur so können beide optimal gestützt und stabilisiert werden ohne evtl. Folgeschäden zu bekommen.

• Zu schmale Schulterträger

Sind die Schulterträger der Tragehilfe zu schmal oder sind die Stränge des Tuchs zu dünn gebunden, schneiden sie in der Regel ein, das kann sehr weh tun. Zusätzlich ist die Gewichtsverteilung auf den Körper des Trägers nicht sehr ergonomisch und führt nur zu Fehlbelastungen. Deshalb ist es wichtig, vor der Anschaffung genau darauf zu achten, dass die Schulterträger relativ breit sind und das Gewicht gleichmäßig auf die Schultern verteilt werden kann. Ist das gegeben, wird das Tragen nicht so anstrengend und schadet dem Rücken nicht.

• Zu schmaler Hüftgurt

Bei dem Hüftgurt ist es ähnlich wie bei den Schulterträgern, ist der Hüftgurt zu schmal, wird der Rücken ungünstig belastet. Somit sollte man darauf achten, dass der Hüftgurt möglichst breit ist, damit die Gewichtsverteilung besser ist und der Rücken nicht leiden muss.

• „Das Kind hängt am Bauchnabel herum“

Das Kind sollte möglichst in „Kopfkusshöhe“ sitzen, dass heißt das der Träger den Kopf des Kindes Küssen kann. Des weiteren ist es wichtig, dass der Hüftgurt auf dem Beckenring sitz, was die Gewichtsverteilung bezüglich des Rückens noch etwas entspannter macht. Hängt das Kind also zu tief, muss die Tragehilfe bzw. der Sitz der Tragehilfe optimiert werden.

• Die Tragehilfe hat keinen Hüftgurt

Eine Tragehilfe, die keinen Hüftgurt hat, sollte man meiden, sie unterstützt den Träger nicht vollständig und belastet unnötig unsere Körpermitte.

• Langes Tragen

Wer mit dem Tragen beginnt, sollte damit Etappenweise beginnen. Nicht weil es ungewohnt für das Kind ist, sondern weil der Träger bzw. der Körper des Trägers sich daran gewöhnen muss. Das Tragen eines Kindes muss trainieret werden, also wer mit dem Kleinen in der Tragehilfe im Urlaub wandern gehen möchte, sollte unbedingt einige Wochen bzw. Monate vorher damit angefangen haben um im Urlaub keine bösen Nachwirkungen (extremer Muskelkater, starke Rückenschmerzen etc.), von der mehrstündigen Wanderung, zu bekommen. Hier heißt es Schritt für Schritt die Dauer des Tragens erhöhen und bitte nicht von heute auf morgen direkt mehrere Stunden am Stück das Kind tragen.

• Einseitiges Tragen

Mit einigen Tragehilfen ist es möglich, das Kind auf nur einer Seite zu tragen. Das ist nicht wirklich förderlich für den Träger. Man belastet dabei den Körper ungleichmäßig und es kann zu Fehlhaltungen kommen. Es ist dabei ratsam das Kind immer zentriert und nah am Körper zu tragen.

• Rundrücken beim Träger

Wer sein Kind trägt, ob mit oder ohne Traghilfe, sollte stehst Haltung bewahren. Ein schwacher Rücken wird ganz schnell rund, die Schultern werden nach vorne und oben zu den Ohren gezogen. Das zusammen belastet den Rücken bzw. unsere Bandscheiben und die Wirbelsäule sehr ungünstig. Auf kurz oder lang kann das zu schmerzhaften Folgen für den Rücken und unsere gesamte Körpermitte führen…das wollen wir alle nicht.

• Tragen ist Training für den Träger

Ziemlicher Quatsch, wer das behauptet. Es ist definitiv anstrengend, sollte aber nicht unterschätzt werden. Wer sein Kind trägt, sollte unbedingt regelmäßig den Rücken, den Beckenboden und den Bauch trainieren, andernfalls kann es zu Rücken- und Gelenkschmerzen, Becken- und Beckenbodenproblemen, Rectusdiastase und allgemeine Überbelastungen des Körpers führen.

Jetzt habe ich euch eine ganze Reihe an Fehlern aufgeführt, die man fast tagtäglich auf der Straße zu sehen bekommt. Auch hier ist wieder anzumerken, dass meine Angaben ohne Gewähr sind und keine Trageberatung ersetzt. Bitte macht nicht den Fehler und versucht an der falschen Stelle Geld zu sparen. Eine gute Trageberatung kann nur ein Gewinn für dich sein. Du bekommst die Möglichkeit verschiedene Modelle kennenzulernen, zu testen und bekommst die Tragehilfe optimal eingestellt ohne evtl. Zweifel zu haben, dass vielleicht doch etwas falsch sein könnte.

Nun habt ihr sehr viele „Basics“ in den drei Teilen „Tragen mit der Traghilfe“ von mir bekommen und ich hoffe es ist euch einiges klarer geworden wieso, weshalb und warum man gewisse Dinge so macht und warum nicht. Bei weiteren Fragen, könnt ihr mich gerne Kontaktieren, schreibt mir dafür einfach eine Mail oder WhatsApp Nachricht, ich würde mich freuen, euch zu helfen.

Habt einen schönen Ostersonntag, mit vielen Schokohasen und Eiern.

Informationen zu dem richtigen Tragen findest du unter Trageberatung. Hier klicken.