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Thema: Aktiver Bewegungsapparat

Diese Woche schreibe ich, aufbauend auf das Thema der letzten Woche „der passive Bewegungsapparat“, über den aktiven Bewegungsapparat.

Der aktive Bewegungsapparat besteht hauptsächlich aus den Skelettmuskeln und den Anhangs- und Hilfsorganen wie Faszien, Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel.

Aufgabe des aktiven Bewegungsapparates ist den Körper zu bewegen. Dies wird hauptsächlich von allen Skelettmuskeln, durch Kontraktionen bzw. durch das anspannen oder zusammenziehen, ermöglichst. Die Skelettmuskeln sitzen wie der Name auch schon vermuten lässt, an den Knochen und können somit auch die Bewegungen ausführen, die wir wollen (Arm heben, ein Fuß vor den anderen setzen, mit dem Kopf nicken). Daraus lässt sich schließen, dass die Skelettmuskulatur willkürlich von unserem Nervensystem gesteuert wird, das heißt wir können sie bewusst steuern.

Kleiner Exkurs Muskelarten

Es gibt nicht nur die Skelettmuskulatur die wir bewusst steuern können, die meistens mit den Knochen verbunden sind und für die Bewegung sorgen, sondern auch die glatte Muskulatur. So gut wie alle unserer Organe bestehen aus glatter Muskulatur, sie können wir, im Gegensatz zu der Skelettmuskulatur, nicht bewusst ansteuern, sie wird unwillkürlich vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Als dritte Muskelart gibt es noch die Herzmuskulatur, diese können wir ebenso wie die glatte Muskulatur nicht willentlich steuern.

Kurze Auflistung der Aufgaben der Skelettmuskulatur:

• Bewegungsfunktion

• Schutzfunktion àB. schütz unsere Bauchmuskulatur die inneren Organe

• Stabilisierungsfunktion à Stabilisation der Gelenke und der Wirbelsäule

• Ableitungsfunktion bzw. aktive Stabilisierung à von außen einwirkende Kräfte werden abgefangen und schützen somit auch die Gelenke

• Haltefunktion à aufrechte Körperhaltung

• Wärmefunktion à dient zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur

 

Wie ist der Skelettmuskel aufgebaut?

Zu den Skelettmuskeln gehören die Muskeln, die an dem Skelett bzw. unseren Knochen fixiert sind.

Ein Skelettmuskel besteht aus vielen Muskelfaserbündeln, das sind mehrere Muskelfasern zusammengepackt. Eine Muskelfaser bzw. Muskelzelle ist sehr lang und ist wiederum ein Bündel mit zusammengepackten Myofibrillen. Myofibrillen bestehen aus Aktinfibrillen und Myosinfibrillen. Natürlich wird die Muskulatur noch durch Zahlreichen Blutgefäße mit Sauerstoff und Glukose versorgt, die für das Anspannen benötigt werden.

Diese ganzen Untereinheiten bzw. Bestandteile des Muskels ermöglichen es, durch komplexe Prozesse, dass sich unser Muskel bzw. all unsere Muskeln zusammenziehen und die Bewegung ausführen können, die wir wollen. Also unser Muskel ist so gesehen ein großes Bündel, das aus immer kleiner werdenden Bündeln besteht. Ich habe diesen trockenen Teil mit reingebracht um einmal kurz darzustellen, dass ein Muskel kein einfaches Stück Fleisch ist, sondern es ist ein sehr komplexes Stück in unserem Körper, dass uns so viel ermöglicht.

Unter den Muskelfasern gibt es verschiedene Typen, sie sind teilweise genetisch veranlagt. Diese Typen lassen sich in schnell & langsam zuckende Fasern einteilen und eignen sich besonders bei verschiedenen Sportarten. Was den Gesundheitsbereich angeht, ist die Einteilung der Fasern bzw. die Berücksichtigung der Fasertypen nicht von großer Bedeutung.

Damit sich ein Muskel bzw. ein Skelettmuskel überhaupt bewegen kann, ist er auf Anweisungen von den Nerven angewiesen, ohne Nerven würde nichts passieren. Also was passiert…ein Nerv, sendet an viele Muskelfasern, was sie genau tun sollen (loslassen, entspannen, anspannen). Somit sind alle Muskelaktivitäten, Leistungen des „Nerven-Muskel-Systems“. Bei der Nerv-Muskel-Kommunikation, gibt es drei verschiedene Möglichkeiten.

• Intermuskuläre Koordination: ist das Zusammenspiel mehrerer Muskel gleichzeitig bei einer Bewegung. Umso mehr Muskeln an einer Bewegung beteiligt sind, desto schwieriger wird die Kommunikation

• Intramuskuläre Koordination: ist das Ansteuern eines Muskels bzw. alle Muskelfasern eines Muskels.

• Frequenzierung: ist eine schnelle Weiterleitung der Befehle vom Nerv zum Muskel.

Alle drei Nerv-Muskel-Koordinationsmöglichkeiten kann man gezielt trainieren, wie und warum, erfährst du in einem weiteren Blog-Beitrag von mir.

Arbeitsweisen der Muskulatur

Ein Muskel kann auf verschiedene Weisen arbeiten. Die relevanteste Arbeitsweise im Gesundheitsbereich ist die auxotonische Arbeitsweise, dabei verändern sich die Kraft und die Länge im Muskel. Sie ist bei vielen Sportarten aber auch für den Alltag sehr wichtig. Die auxotonische Arbeitsweise beinhaltet den Wechsel aus nachgebender, haltender und überwindender Arbeit bzw. Aktivität wie z.B. das Gehen, Bücken, Walken, Treppensteigen, Krafttraining etc. Hier geht es unter anderem um eine einwirkende Kraft bzw. Gewicht. Im Alltag wollen wir einen Wasserkasten von dem Auto ins Haus bringen, hier wäre das Anheben der Wasserkastens die überwindende Arbeit, das Halten und in das Haus bringen des Wasserkastens die haltende Arbeit und das langsame Ablegen des Wasserkastens auf den Boden, damit die Glasfalschen nicht kaputtgehen, die nachgebende Arbeit.

Anhangs- und Hilfsorgane des aktiven Bewegungsapparates

Zu guter Letzt darf man nicht das Verbindungsstück zwischen den Skelettmuskeln und den Knochen vergessen, das ist Aufgabe der Sehnen. Sehnen bestehen aus Bindegewebsfasern und übertragen den Muskelzug auf die Knochen.

Die Sehnenscheiden dienen als eine Art Schutz für Sehen und Gewebe an Knochenstrukturen und vermindern Reibungen dazwischen.

Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllt und dienen als Druckverteiler an druckbelastende Stellen.

Die Faszien sind auch ein Teil des aktiven Bewegungsapparates und auch ein so komplexes, umfangreiches und gefragtes Thema, weshalb ich darüber einen eignen Blog-Beitrag schreiben möchte.

Wie ihr seht ist auch der aktive Bewegungsapparat ein sehr interessantes Thema und auch hier musste ich mich wieder sehr bei der Beschreibung zügeln und vieles auf das Kleinste runterbrechen. Die Beschreibung und Erklärung wäre sonst ins Grenzenlose gegangen.